Mittwoch, 14. September 2011

Fehlerkultur: Vermeidungsstrategien bei angehenden Ärzten zu wenig bekannt

Sicherheit muss im Medizinstudium stärker verankert werden

Knapp 17 Prozent der angehenden Ärzte kennen Wege zu mehr Patientensicherheit und zur Vermeidung von Behandlungsfehlern. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie auf Basis einer Umfrage unter Medizinstudierenden, so das Deutsche Ärzteblatt (online, 12.8.2011). Die Studie ist im Zentralblatt für Chirurgie erschienen (doi 10.1055/s-0031-1271469, Abstract der Studie).

Von 799 anonym befragten Jungmedizinern haben 345 geantwortet: Knapp 17 Prozent der Studierenden im Praktischen Jahr und knapp zwölf Prozent der Studierenden gaben an, Empfehlungen zur Patientensicherheit zu kennen, wie diese Mittel in der Praxis aussehen, war den meisten Studierenden jedoch unbekannt, so etwa Armbänder zur eindeutigen Identifizierung von Patienten. Ebenso wie anonyme Meldesysteme für Fehler oder Beinahe-Fehler oder auch das „Team-Time-Out“, wobei das OP-Team vor dem ersten Schnitt innehält, um sich der korrekten Vorbereitungen zu vergewissern und den Eingriff zu vergegenwärtigen.

„Sicherheitskultur beginnt damit, den chirurgischen Nachwuchs umfassend darin zu qualifizieren“, sagte Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH. Dazu gehörten neben dem offenen Umgang mit Fehlern, Falldiskussionen und Konferenzen über Komplikationen auch methodische Kenntnisse des Risk-Managements, beispielsweise durch den Einsatz von Checklisten zur Vermeidung von Seitenverwechslungen oder des Zurücklassens von Fremdkörpern. Aktuelle Beiträge und einen umfassenden Überblick über die Problematik und die Zielsetzungen einer effektiven Fehlerkultur nach den Anforderungen heutiger moderner Gesundheitseinrichtungen finden sich in Imago Hominis 1/2011 mit dem Schwerpunkt „Fehlerkultur in der Medizin“ (http://www.imabe.org/index.php?id=1482).

Quelle: Imabe-Newsletter September 2011

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