Montag, 18. Oktober 2010

Junge Union geht beim Embryonenschutz auf Konfrontationskurs zur FDP

Düsseldorf – Im Streit über die Präimplantationsdiagnostik (PID) geht die Junge Union auf Konfrontationskurs zum liberalen Koalitionspartner. „Aus Sicht der CDU und der Jungen Union ist es nicht hinnehmbar, künstlich befruchtete Embryonen nach wertem und unwertem Leben zu sortieren“, schreibt der Bundesvorsitzende Philipp Mißfelder in einem Beitrag für Handelsblatt Online. „Jeder Mensch besitzt von Beginn an eine unveräußerliche, personale Würde.“ Der Schutz des Lebens, gerade auch des ungeborenen, müsse daher weiterhin Priorität haben.
Die CDU will grundsätzlich an einem Verbot der Gentests an Embryonen festhalten. Dies ist im Grundsatzprogramm festgeschrieben. Die Christdemokraten sind aber offen für die Suche nach einem Kompromiss mit der FDP. Der Bundesgerichtshof hatte das bisherige Verbot gekippt. Deshalb ist eine Neuregelung notwendig. Die FDP ist grundsätzlich gegen ein PID-Verbot.
Mißfelder kritisierte die Entscheidung des Bundesgerichtshofes scharf. Das Urteil verschaffe zwar Ärzten Rechtssicherheit, gefährde aber ungeborenes Leben massiv. „Die Grenze der ethischen Machbarkeit wird durch die PID erneut verschoben“, warnt der Chef der Unions-Nachwuchsorganisation. Die Union müsse daher in dieser Frage klare Alternativen bieten und als eigenständige Kraft erkennbar sein. © dapd/aerzteblatt.de
Quelle: ärzteblatt.de am 18. Oktober 2010

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