Freitag, 18. März 2011

Präventionsprogramme für Kinder oft ineffektiv

Berlin – Präventionsprogramme für Kinder und Jugendliche in Deutschland sind oft ineffektiv und erreichen die Zielgruppe nicht. Das berichteten sieben Experten den Fachpolitikern der fünf Bundestagsfraktionen auf einer öffentlichen Anhörung der Kinderkommission (Kiko) des Deutschen Bundestages zum Thema „Prävention, Ernährung, Palliativmedizin und Hospize“.

Thomas Altgeld von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen kritisierte in der Anhörung weniger die Vielfalt der Präventionsangebote von Krankenkassen, Trägern und Vereinen als ihre Konzentration auf Schulen und Kindertagesstätten.

„Problematisch ist, dass diese Programme häufig inhaltlich gleich formuliert und fast ausschließlich mittelschichtsorientiert sind“, sagte Altgeld. Sie erreichten die sozialen Gruppen oft nicht, die diese Angebote vorrangig ansprechen sollten.

Auch Peter Lang von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erläuterte, dass die Eltern als erste Zielgruppe befähigt werden müssten, richtige Entscheidungen für ihre Kinder zu treffen. Aus diesem Grund fördere die Bundeszentrale auch Hebammen und Ärzte, damit diese Gruppen schon früh werdende Eltern ansprächen.

Andrea Lambeck von der „Plattform Ernährung und Bewegung“, konnte eine „leichte Trendwende“ zum Positiven bei der Messung des Gewichts bei Schuleingangsuntersuchungen von Kindern feststellen.

„Dennoch sehe ich die Probleme noch nicht gelöst“, sagte sie. Mindestens zwei Stunden pro Tag säßen Kinder im Durchschnitt vor dem Fernseher oder Computer, Bewegung und körperliche Anstrengung nähmen nur eine halbe Stunde pro Tag ein. Sie bestätigte die Aussage ihrer Vorredners: „Durch die bisher praktizierten Maßnahmen erreichen wir zu wenig sozial Schwache“, sagte sie.

Quelle: aerzteblatt.de vom 17. März 2011

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