Donnerstag, 5. September 2013

Aktuell: IMAGO HOMINIS widmet sich der „Spiritualität in der Medizin“

Von alters her war klar, dass Medizin als Heilkunst den ganzen Menschen im Blick haben muss. Sie kann nicht bloß als rein naturwissenschaftliche Disziplin agieren, sondern muss auch die geistigen Dimensionen des Menschen berücksichtigen. Gerade weil die Medizin heute in zunehmendem Ausmaß die Spiritualität vernachlässigt, muss sie sich den Vorwurf einer seelenlosen Apparatemedizin gefallen lassen. Der Ruf nach mehr Spiritualität in der Medizin wird immer lauter. Anlass genug, dass sich die kommende und eine weitere Ausgabe von Imago Hominis diesem Schwerpunktthema widmen wird. 

Zwei Beiträge befassen sich mit den anthropologischen Grundlagen der Medizin und damit einer wichtigen Schnittstelle zwischen Medizin und Spiritualität. Der Medizinhistoriker Axel Bauer (Universität Heidelberg) erläutert summarisch die verschiedenen Stationen der medizinischen Anthropologie, von der antiken Vier-Säfte-Lehre bis zur naturwissenschaftlich geprägten prädiktiven Medizin des 21. Jahrhunderts.

Die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (TU Dresden) widmet sich in ihrem Beitrag der Anthropologie des Leibes. Sie führt aus, dass Leib immer schon in Verbindung zu Leben und Liebe steht: in seiner naturhaften Gegebenheit, in willentlich-personaler Gestaltung des Leib-Geist-Gefüges, in transzendierender Beziehung. 

Der Theologe, Priester und Klinikseelsorger Erhard Weiher (Universitätsmedizin Mainz) zeigt die praktische Spiritualität in der Medizin auf. Hoffnung ist ein zentrales spirituelles Thema in der Krankenpflege. „Spirituell“ heiße aber nicht, Hoffnung bloß aus dem religiösen Repertoire zu schöpfen. Vielmehr ist Hoffnungsvermittlung eine multi- und interprofessionelle Aufgabe, die z. B. in Konzept und Praxis der Palliative Care wahrgenommen werden muss. 

Der Moraltheologe, Philosoph und Mediziner Matthias Beck (Universität Wien) geht der Frage nach der Beziehung zwischen Spiritualität (Glaube) und Gesundheit nach. Er stellt in seinem Beitrag die Hypothese auf, dass die Epigenetik als junger Wissenschaftszweig eine naturwissenschaftliche Erklärung der Wirkung von Spiritualität auf die Gesundheit wird liefern können. 

Dominik Hartig und Robert Buder (Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Wien) zeigen anhand der Regeln des Johannes von Gott, Gründer der Barmherzigen Brüder, auf, wie Hospitalität – verstanden als christliche Gastfreundschaft – seit Jahrhunderten einen Weg der Umsetzung christlicher Spiritualität in der Krankenpflege vorzeichnet. 

Die Imago Hominis-Ausgabe 3/2013 mit dem Schwerpunkt „Spiritualität in der Medizin“ findet sich auf http://www.imabe.org/index.php?id=1522 und kann als Einzelheft um EUR 10,– bezogen werden.

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