Dienstag, 16. April 2013

Studie: Mütterlicher Stress kann dauerhaft Schädigungen bei Ungeborenem auslösen

Forschergruppe aus Edinburgh glaubt entsprechenden Wirkmechanismus gefunden zu haben 

Psychosozialer Stress von Müttern während der Schwangerschaft kann sich dauerhaft negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirken und das Risiko für bestimmte Erkrankungen im Erwachsenenalter erhöhen, zum Beispiel für eine Schwächung des Immunsystems, für eine Erkrankung an Schizophrenie, für die Entwicklung einer Insulinresistenz oder Verhaltensauffälligkeiten und affektive Störungen (vgl. Neuere Entwicklungen in der Pränatalmedizin, Kapitel 2.4. Gefährdung durch den Schwangerschaftskonflikt, in: Imago Hominis (2012); 19(4): 271-291). Dieses Phänomen wird schon länger untersucht. Eine Forschergruppe um Megan Holmes von der University of Edinburgh glaubt nun, den zugrundeliegenden Mechanismus gefunden zu haben. Die Neuroendokrinologin präsentierte ihre Ergebnisse jüngst auf dem Kongress der British Neuroscience Association in London (vgl. Sciencedaily, online 7. 4. 2013). Laut Holmes kommt dabei der Regulierung der Glucocorticoide – also Hormone, die für die Verarbeitung von Stress eine entscheidende Rolle spielen – durch das Enzym 11ß-HSD2 eine entscheidende Bedeutung zu. Das Enzym findet sich in der Plazenta und im fetalen Gehirn. Um seine Rolle genauer zu identifizieren, setzten Holmes und Kollegen genmanipulierte Mäuse, denen das 11ß-HSD2-Enzym fehlte, einer hohen Dosis an Stresshormonen aus. Das Ergebnis: Die Nachkommen waren in ihrem fetalen Wachstum reduziert und zeigten abnorme Angstzustände. Auch war die Plazenta kleiner, weniger durchblutet und lieferte weniger Nährstoffe an den Fötus. 

Holmes folgert daraus, dass das Enzym 11ß-HSD2 in der Plazenta (und nicht im Gehirn) das entscheidende Schutzschild gegen die schädlichen Wirkungen von Stresshormonen ist, weil es im Stande ist, diese rechtzeitig zu deaktivieren. Eine übermäßige Produktion von Glucocorticoiden hat ungünstige Auswirkungen auf die Programmierung der Gene im Fötus. Die Wissenschaftler erhoffen sich von weiteren Studien genauere Kenntnisse über die Wechselwirkung von mütterlichem Stress und genetischer Anfälligkeit in der Entwicklung des Kindes.

Foto:  © Cornelia Menichelli  / pixelio.de

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2 Kommentare:

Am/um 31. August 2021 um 00:39 , Blogger Nina meinte...

Wir leben in einer erstaunlichen Zeit, in der es für alle kinderlosen Paare möglich wurde, Eltern ihres Kindes zu werden. Vielleicht gibt es in Europa Probleme mit dem gesetzlichen Rahmen, gerade weil es in diesem schwierigen Bereich einen Mangel an professionellen Ärzten gibt. Genetik und Fortpflanzung sind keine Witze. Ich hatte das Glück, eine Klinik in der Ukraine zu finden, wo ich die Dienste der Leihmutterschaft in Anspruch nehmen konnte. Es handelt sich um die Klinik von Professor Feskov in Charkiv, sie wird auch Feskov Human Reproduction Group genannt. Dank professioneller Ärzte wurde ich die Mutter eines wunderschönen Jungen. Es gab keine Probleme, die Ukraine und die Dokumente zu verlassen. So kann ich allen Zweiflern sagen: Haben Sie keine Angst, Sie können bis ans Ende der Welt gehen, um Ihr Kind zu holen, und die Ukraine ist nicht das Ende der Welt.

Vor kurzem habe ich ein ukrainisches Gesetz über Leihmutterschaft gefunden, das ins Deutsche übersetzt wurde. Sehr nützliche Informationen, ich rate allen, die an diesem Thema interessiert sind, sie zu lesen. https://leihmutterschaft-zentrum.de/pdf/leihmuttershaft_law.pdf

 
Am/um 29. September 2021 um 19:32 , Blogger smart meinte...

Ich schlage vor, dass Sie sich auch ihren YouTube-Kanal ansehen, dort gibt es viele interessante Informationen.

 

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