Montag, 9. Mai 2011

Großbritannien: Genetisches Screnning-Programm für Paare mit Kinderwunsch

Determinismusdenken begünstigt Eugenik, sagen Kritiker

Die britische Beratungskommission in humangenetischen Fragen (Human Genetic Commission, HGC) schlägt vor, ein genetisches Screening-Programm bei Paaren mit Kinderwunsch durchzuführen, wenn Verdacht auf vererbbare Erkrankungen besteht. Die Initiative war vom Screening-Komitee der Regierung ausgegangen (vgl. Lancet, 2011, 377:1290). Laut HGC bestehen keinerlei Einwände, doch müsse die Struktur eines solchen Programms gut überlegt sein: Die Leute sollten - neben entsprechender Beratung - auch genug Zeit zum Nachdenken über ihre Entscheidungen erhalten. Genetische Tests bei Paaren mit Kinderwunsch sollen Träger von genetischen Mutationen identifizieren, durch die genetische Störungen auf das Kind übertragen werden können. Je nach Ergebnis kann das Paar seine Fortpflanzungswünsche adaptieren. Wenn z.B. ein Partner als Träger des Gens für zystische Fibrose identifiziert wird, könne eine künstliche Befruchtung angeboten und ein etwaig „erkrankter“ Embryo" entsorgt werden.

Schon seit 2009 bietet das britische Gesundheitssystem Tests für Frauen an, deren Verwandte wegen einer Genmutation an Krebs erkrankt sind (vgl. IMABE-Newsletter Februar 2009). IVF-erzeugte Embryonen werden bei Vorhandensein eines sogenannten Risiko-Gens vernichtet, obwohl bekannt ist, dass Krankheiten wie Brustkrebs oder Alzheimer weder zwingend ausbrechen, noch allein auf ein bestimmtes Gen rückführbar sind.

Helen Wallace von Gene Watch UK nennt den Screnning-Vorstoß "gefährlich und irreführend". Josephine Quintavalle von Comment on Reproductive Ethics bezeichnet den HGC-Bericht als viel zu "freundlich im Umgang mit genetischem Determinismus". In der Öffentlichkeit würden solche Berichte als großartige neuartige Heilungen gehandelt, was besorgniserregend sei. „Man kann den Träger des Erbmerkmals umbringen, aber das heilt noch lange nicht die Krankheit oder schafft sie gar aus der Welt. Wir haben es hier nur mit einer modernen Spielart der Eugenik zu tun."

Quelle: Imabe-Newsletter Mai 2011

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1 Kommentare:

Am/um 11. August 2021 um 23:53 , Blogger Nina meinte...

Wir leben in einer erstaunlichen Zeit, in der es für alle kinderlosen Paare möglich wurde, Eltern ihres Kindes zu werden. Vielleicht gibt es in Europa Probleme mit dem gesetzlichen Rahmen, gerade weil es in diesem schwierigen Bereich einen Mangel an professionellen Ärzten gibt. Genetik und Fortpflanzung sind keine Witze. Ich hatte das Glück, eine Klinik in der Ukraine zu finden, wo ich die Dienste der Leihmutterschaft in Anspruch nehmen konnte. Es handelt sich um die Klinik von Professor Feskov in Charkiv, sie wird auch Feskov Human Reproduction Group genannt. Dank professioneller Ärzte wurde ich die Mutter eines wunderschönen Jungen. Es gab keine Probleme, die Ukraine und die Dokumente zu verlassen. So kann ich allen Zweiflern sagen: Haben Sie keine Angst, Sie können bis ans Ende der Welt gehen, um Ihr Kind zu holen, und die Ukraine ist nicht das Ende der Welt.

Vor kurzem habe ich ein ukrainisches Gesetz über Leihmutterschaft gefunden, das ins Deutsche übersetzt wurde. Sehr nützliche Informationen, ich rate allen, die an diesem Thema interessiert sind, sie zu lesen. https://leihmutterschaft-zentrum.de/pdf/leihmuttershaft_law.pdf

 

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