Euthanasie: Kritiker warnen vor Pseudo-Autonomie und Ökonomisierungsdruck
Altersdepression ist behandelbar, Gesetze haben Schutzfunktion, Töten heißt versagen
Labels: Autonomie, Depression, Euthanasie, Ökonomie
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Labels: Depression, Diagnose, Mental Health, psychische Erkrankungen
Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, wies darauf hin, dass der Begriff „Burnout“ nicht klar definiert sei. Entsprechend gäbe es für die psychischen Störungen, die unter Burnout zusammengefasst würden, auch keine Behandlungen mit Wirksamkeitsbelegen aus methodisch guten Studien.
Ein Großteil der Menschen, die wegen „Burnout“ eine längere Auszeit nähmen, liet in Wahrheit an einer depressiven Erkrankung. Dazu gehöre auch das Gefühl tiefer Erschöpftheit. Problematisch und nicht selten in gefährlicher Weise irreführend sei dabei, dass der Begriff „Burnout“ eine Selbstüberforderung oder Überforderung von außen als Ursache suggeriere, was mit einem ruhigeren Lebensstil bewältigt werden könnte. Verberge sich hinter diesem Begriff aber eine depressive Erkrankung, so seien dies keine empfehlenswerten und oft sogar gefährliche Gegenmaßnahmen. Menschen mit depressiven Erkrankungen reagierten zum Beispiel auf längeren Schlaf und eine längere Bettzeit nicht selten mit Zunahme der Erschöpftheit und Stimmungsverschlechterung.
Eine Vermengung von Stress, Burnout und Depression führe zu einer Verharmlosung der Depression. „Stress, gelegentliche Überforderungen und Trauer sind Teil des oft auch bitteren und schwierigen Lebens und müssen nicht medizinisch behandelt werden“, hieß es aus der Stiftung.
Depressionen dagegen seien eine schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankung. Die Verharmlosung der Depression verstärke das Unverständnis gegenüber depressiv Erkrankten und das damit assoziierte Stigma. „Der beste Weg zu einem optimalen Umgang mit der Erkrankung Depression ist es, eine Depression auch Depression zu nennen“, betonte Hegerl.
Quelle: IMABE-Newsletter November 2011
Labels: Burnout, Depression, Public
USA-Experten warnen vor Facebook-Depression bei Jugendlichen
Kinder- und Jugendärzte sind besorgt über die Fernseh- und Internetnutzung von Heranwachsenden. „Der Medienmissbrauch mit all seinen psychosozialen und gesundheitlichen Folgen ist eine neue Herausforderung“, hieß es beim Jahreskongress des Deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, berichtet die Nachrichtenagentur dapd (11.03.2011). Allerdings wolle man die Medien nicht generell verteufeln: „Erst die Dosis macht das Gift“, sagte Tagungsleiter Uwe Büsching. Dass Kinder und Jugendliche sich vielfach nicht mehr direkt zum Spielen treffen, verändere das Sozialverhalten gegenüber früher. Folgen seien u. a. mangelnde Fähigkeiten der Konfliktbewältigung. Zudem gebe es einen Zusammenhang zwischen exzessivem Internetkonsum einerseits, und zunehmender Dickleibigkeit sowie sinkender Sportlichkeit von Heranwachsenden andrerseits. Zur Begründung ihrer Sorge verwiesen die Fachmediziner auf Zahlen des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. Demnach besitzen inzwischen mehr als 60 Prozent aller Jugendlichen einen eigenen Fernseher und etwa 70 Prozent verfügten über einen eigenen Computer. Diese Geräte nutzen beispielsweise 15-jährige Mädchen täglich mehr als sechs Stunden, bei gleichaltrigen Buben seien es sogar rund 7,5 Stunden.
In den USA warnen Kinder- und Jugendärzte inzwischen auch vor „Cyber-Mobbing“ und vor dem trügerischen Bild, das Netzwerke wie Facebook Jugendlichen vermitteln, berichtet Focus (online, 1.4.2011). Die Menschen sind scheinbar immer glücklich, beliebt, aktiv und attraktiv. Dies verstärkt bei depressiv gestimmten Kindern noch das Gefühl der Einsamkeit und Traurigkeit. US-Experten sprechen sogar schon von „Facebook-Depression“ (vgl. O'Keefe G., Chrildren's Healthcare Medical Associates). Sie haben einen Medienleitfaden herausgegeben, der den Einfluss sozialer Netzwerke auf Kinder, Jugendliche und Familien kritisch beleuchtet.
Quelle: IMABE-Newsletter April 2011
Labels: Depression, Jugendliche, Web 2.0