Montag, 17. Oktober 2011

Studie: Familie und Freunde sind wichtig für die eigene Gesundheit


Jeder Zweite verhält sich ungesund, schafft es aber nicht, seinen Lebensstil zu ändern

Freunde oder Angehörige sind hinter dem eigenen Verhalten bei Ernährung und Sport der zweitwichtigste Faktor, der die Gesundheit beeinflusse. Das ergab eine unter 15.000 Erwachsenen in 12 Ländern durchgeführte Online-Umfrage des Edelman Health Barometer 2011 (Pressemitteilung online, 6.10.2011).

Fast die Hälfte (43 %) der Befragten glaubt, dass Freunde und Familie nach "ihnen selbst" den größten Einfluss auf ihren Lebensstil in Bezug auf Gesundheit haben. Mehr als ein Drittel (36 %) glaubt zudem, dass Freunde und Familie den größten Einfluss auf die persönliche Ernährung haben.

Die Umfrage ergab eine "Handlungslücke" zwischen dem Wunsch, gesünder zu sein, und der Fähigkeit, etwas zu ändern. Mehr als die Hälfte der globalen Öffentlichkeit frönt mindestens einer gesundheitsschädlichen Verhaltensweise, wie zum Beispiel schlechte Ernährung, Bewegungsmangel oder Tabakkonsum. Jedoch meinten 62 Prozent der Befragten, dass sie versucht hätten, eine gesundheitsschädliche Verhaltensweise zu ändern. Dabei ist die Hälfte gescheitert, und zwar in erster Linie aufgrund von Sucht/Abhängigkeit und fehlender Freude oder sofortiger Belohnung. Außerdem trug fehlende kontinuierliche Unterstützung seitens Freunden, Familie oder anderen Ressourcen zur Unfähigkeit bei, gesunde Gewohnheiten zu erwerben oder beizubehalten.

Für 44 Prozent der Befragten spielt das Thema Gesundheit keinerlei Rolle in ihrem Umgang mit Freunden und Angehörigen. Es handelt sich dabei vor allem um jene Teile der Bevölkerung, die wenig Gesundheitsbewusstsein haben, sich nicht für diese Themen interessieren und auch Änderungen des Lebensstils weniger lang durchhalten. „Gesundheit - ob gut oder schlecht - ist bildlich gesprochen ansteckend, und es ist die Verantwortung jedes einzelnen, besonders aber von Meinungsbildnern, entsprechend zu handeln“, sagte Nancy Turett, Präsidentin für den Bereich Gesundheit bei Edelman anlässlich der Präsentation der Studie beim 14. European Health Forum in Gastein. Dies wird umso wichtiger, da nach Meinung der Befragten Erwachsenen ab 18 Jahren Wirtschaft und Regierung einen vergleichsweise schwachen positiven Einfluss auf einen gesunden Lebensstil hätten, verglichen mit Einzelpersonen, Familie und Freunden sowie nicht-öffentlichen Organisationen und digitalen Netzwerken zur Gesundheitsinformation.

Quelle: Imabe-Newsletter Oktober 2011

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Mittwoch, 14. September 2011

IMAGO HOMINIS-Vorschau: Lebensstil und Verantwortung

Der Mensch zwischen Schicksal, Verantwortung und Krankheit

Gesundheitsverhalten wird nicht nur durch Sachinformationen und Aufklärung beeinflusst, sondern auch durch das soziale Umfeld. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Prävention? Wie viel Verantwortung trägt jeder für sich selbst – und wann soll die Solidargemeinschaft einspringen? IMABE veranstaltete am 12./13. Mai 2011 in Wien ein Symposium zum Thema „Lebensstil und persönliche Verantwortung“ in Zusammenarbeit mit dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger sowie der Österreichischen Ärztekammer.

In der kommenden Ausgabe von Imago Hominis findet sich nun eine in Hinblick auf die Publikation erstellte Auswahl der Vorträge, in denen schwerpunktmäßig die Fragen des Zusammenhangs von Lebensstil und Krankheit sowie Prävention und Ethik, Ökonomie und Politik behandelt werden.

Der Medizinhistoriker Dietrich von Engelhardt (Universität Lübeck) beschreibt den geschichtlichen Wandel der Rechte, Pflichten und Tugenden im Umgang mit Gesundheit und Krankheit und hinterfragt den gängigen Gesundheitsbegriff. Sollte man Sanktionen bei ungesundem Lebensstil androhen? Der Medizinethiker Giovanni Maio (Universität Freiburg) lehnt dies ab und warnt vor einer neuen „Moralisierung von Krankheit“. Lebensstile werden nicht unbedingt rational gewählt, hält der Ethiker Enrique Prat (IMABE, Wien) fest. Prävention muss frei gewählt werden. Prat plädiert daher für eine Kultivierung der menschlichen Tugenden. Der Soziologe Manfred Prisching (Universität Graz) analysiert Tendenzen wie Individualisierung, Vergemeinschaftung, Sensationalisierung und Konsumismus kritisch und diskutiert sie unter dem Gesichtspunkt des „guten Lebens“. Der Sozialmediziner Horst Noack (Universität Graz) geht den Fragen der Gesundheitsgerechtigkeit am Beispiel Österreichs und Deutschlands nach und kommt dabei zu überraschenden Ergebnissen. Die Problematik der Effektivität von Kampagnen zur Primärprävention behandelt der Evaluationsforscher Wolf Kirschner (FB+E Forschung, Beratung + Evaluation GmbH, Berlin). Public-Health-Forscher Thomas Czypionka (IHS, Wien) setzt sich in seinem Beitrag mit Prävention aus volkswirtschaftlicher Sicht auseinander.

Die Imago-Hominis-Ausgabe 3/2011 mit dem Schwerpunkt „Lebensstil und Verantwortung“ findet sich auf http://www.imabe.org/index.php?id=1522 und kann als Einzelheft um € 10,– bezogen werden.

Quelle: Imabe-Newsletter September 2011

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Dienstag, 12. Juli 2011

Public Health: Gesunder Lebensstil senkt Risiko für plötzlichen Herztod

Nichtrauchen, Normalgewicht, Sport und gesunde Ernährung als Erfolgsfaktoren

Vier gesunde Lebensweisen senken das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, um 92 Prozent. Dies zeigt eine Analyse der Nurses' Health im Journal of the American Medical Association (JAMA 2011; 306: 62-69). Auf den plötzlichen Herztod entfällt mehr als die Hälfte aller kardialen Todesfälle, allein in den USA sind dies zwischen 250.000 und 310.000 Fälle jährlich.

Ein gesunder Lebensstil könnte dies in den meisten Fällen vermeiden, wozu vier wichtige Lebensregeln zählen: Nicht rauchen, schlank bleiben (Body-Mass-Index unter 25), täglich eine halbe Stunde Sport und sich mediterran ernähren mit viel Obst und Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Fisch sowie Alkohol in Maßen.

In der Nurses' Health Study, die 81.722 Krankenschwestern über 26 Jahre begleitete, nahm das Risiko für einen plötzlichen Herztod um so stärker ab, je mehr der vier Regeln eingehalten wurden. Von den insgesamt 321 Todesfällen entfielen nur 3 auf Frauen mit dem vorbildlichen Low Risk Lifestyle, der alle Kriterien erfüllte, heißt es in der Pressemitteilung von JAMA (online 5.7. 2011).

Stephanie Chiuve vom Brigham and Women's Hospital in Boston errechnet eine Risikominderung um 92 Prozent (relatives Risiko 0,18; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,07-0,49). Wenn alle Frauen in den USA sich an die Regeln hielten, könnten 81 Prozent aller Todesfälle an plötzlichem Herztod vermieden werden, wie den Angaben zum attributablen Risiko zu entnehmen ist.

Quelle: Imabe-Newsletter Juli 2011

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Dienstag, 14. Juni 2011

Nachlese: „Lebensstil und persönliche Verantwortung“ am 12./13. Mai 2011

Am 12. und 13. Mai fand in Wien ein von IMABE in Kooperation mit dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger und der Österreichischen Ärztekammer veranstaltetes Symposium zum Thema „Lebensstil und persönliche Verantwortung“ statt. Medienberichte, Fotos und eine Nachlese finden Sie hier: http://www.imabe.org/index.php?id=1392, darunter die IMABE-Pressemitteilung vom 16. Mai 2011, sowie Ärztemagazin: "Freiheit zum Kranksein?" (19. 05. 2011), Österreichische Ärztezeitung: "Fördern, nicht fordern!" (25. 05. 2011) u.v.m.

Quelle: Imabe-Newsletter Juni 2011

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Public Health: Präventive Medikamente kosten viel und nützen wenig

Forscher kritisieren Mangel an Realitätsbezug der Studienergebnisse

Eine „Entmedikalisierung zugunsten einer Lebensstiländerung“ forderte IMABE-Direktor Johannes Bonelli beim Symposium „Lebensstil und persönliche Verantwortung“ in Wien (siehe „Nachlese“ unten). Es sei Zeit, dass gewissenhafte Schaden-Nutzen-Analysen bei der Einnahme bestimmter weit verbreiteter Medikamenten-Therapien durchgeführt werden. Hier gebe es enormes Einsparungspotential, so der Internist, der dafür im Rahmen des IMABE-Forschungsprojekts S.O.M.® (Bonelli J., Sinnorientierte Medizin) eine eigene Methode entwickelt hat.

Dass Medikamente, die präventiv verordnet werden, in der Realität einen geringen Kosten-Nutzen-Effekt haben, zeigt nun auch eine finnische Studie, berichtet das Deutsche Ärzteblatt (online 4.5.2011) bezüglich der Arzneimittelgruppe der Bisphosphonate. Sie zählt zu den am meisten verabreichten Präventivmedikamenten, um Frakturen auf dem Boden einer Osteoporose vorzubeugen. Die Ergebnisse der im British Medical Journal (April 2011; doi: 10.1136/bmj.d2175) durchgeführten Studie unter der Leitung des Orthopäden Teppo Järvinen vom Universitätsspital in Tampere legen jedoch nahe, dass die tatsächliche Kosten-Nutzen-Relation dieser Medikamente im Alltag anders aussehen kann als in den Studien. Denn die Studienergebnisse weisen nach Meinung der Autoren „einen Mangel an Realitätsbezug“ auf. Faktoren für eine mögliche Verzerrung seien, dass Patienten der klinischen Studien oft sorgfältig für die Studie ausgewählt werden und währenddessen meist eine höhere Zuwendung durch die Betreuer erfahren als im Alltag. Die Wissenschaftler erforschten genauer, wie gut die täglich verordneten Arzneimittel dieser Art im klinischen Alltag tatsächlich sind und setzten eine Studie von 2003, die Daten über 7.411 wegen einer Hüftfraktur operierte Patienten enthält, in Korrelation zur präventiven Medikation. Am Ende ihrer Analyse kamen sie zu der Einschätzung, dass eine Medikation der 1,86 Millionen über 50-jährigen Finnen mit Bisphosphonaten lediglich 343 Frakturen verhindern würde.

Die Autoren meinen, dass es bei präventiv verordneten Medikamenten bislang keine zuverlässigen Daten über deren Kosten-Effektivität unter Alltagsbedingungen gäbe. Sie fordern, dass man solche Medikamente nicht als kosteneffektiv proklamieren sollte, bevor diese nicht in einer adäquaten Alltagssituation getestet wurden.

Quelle: Imabe-Newsletter Juni 2011

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Montag, 9. Mai 2011

IMABE-Symposium: „Lebensstil und persönliche Verantwortung“, 12./13. Mai 2011 in Wien

Die Zahlen sind schockierend: Bereits 47 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich, der Schweiz und Deutschland sind krankhaft übergewichtig, nur sechs Prozent haben Normalgewicht. Adipositas ist die häufigste vermeidbare Todesursache und Krankheit in Europa – und hat epidemische Ausmaße angenommen. Die Zahlen sind schockierend: Bereits 47 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich, der Schweiz und Deutschland sind krankhaft übergewichtig, nur sechs Prozent haben Normalgewicht. Zum zweiten „Europäischen Tag zur Bekämpfung der Adipositas“ (21.05.2011) drängt sich die Frage auf: Wie kann man Menschen dazu bringen, ihren Lebensstil nachhaltig zu verändern und gesünder zu leben? Fettsucht, mangelnde Bewegung, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum: Hat die bisherige Präventionspolitik versagt?

Gesundheitsverhalten wird nicht nur durch Sachinformationen und Aufklärung beeinflusst, sondern vor allem durch das soziale Umfeld und die Einsicht, für sich selbst Verantwortung zu tragen. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Prävention? Wann soll die Solidargemeinschaft einspringen - und wie viel Verantwortung trägt jeder für sich selbst?

Im Rahmen eines von IMABE in Kooperation mit dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger und der Österreichischen Ärztekammer veranstalteten Symposiums mit dem Titel „Lebensstil und persönliche Verantwortung“ zeigen am 12. und 13. Mai namhafte Experten, in welche Richtung sich Medizin, Menschen und gesundheitsökonomische Systeme bewegen müssen, um aus der Falle der vermeidbaren Krankheiten herauszukommen. Das interdisziplinäre Symposium findet kommenden Donnerstag und Freitag im Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger (Kundmanngasse 21, A-1030 Wien) statt. Nähere Informationen auf http://www.imabe.org/index.php?id=1392.

Quelle: Imabe-Newsletter Mai 2011

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Dienstag, 12. April 2011

IMABE-Symposium: „Lebensstil und persönliche Verantwortung“, 12./13. Mai 2011 in Wien

Wie kann man Menschen dazu bringen, ihren Lebensstil nachhaltig zu verändern und gesünder zu leben? Diese Frage bereitet Medizinern, Soziologen, Gesundheitsökonomen und Politikern seit langem Kopfzerbrechen. Doch in welche Richtung soll es gehen? Aufgrund welcher Prämissen? Heute wird immer klarer, dass das Gesundheitsverhalten nicht nur durch Sachinformation und Aufklärung beeinflusst wird, sondern vor allem durch das soziale Umfeld. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Prävention? Wann soll die Solidargemeinschaft einspringen - und wie viel Verantwortung trägt jeder für sich selbst? Im Rahmen eines von IMABE in Kooperation mit dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger und der Österreichische Ärztekammer veranstalteten Symposiums mit dem Titel „Lebensstil und persönliche Verantwortung“ zeigen am 12. und 13. Mai namhafte Experten, in welche Richtung sich Medizin, Menschen und gesundheitsökonomische Systeme bewegen müssen, um aus der Falle der vermeidbaren Krankheiten herauszukommen.
Das interdisziplinäre Symposium findet im Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger (Kundmanngasse 21, A-1030 Wien) statt. Nähere Informationen auf http://www.imabe.org/index.php?id=1392.

Quelle: IMABE-Newsletter April 2011

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Montag, 14. März 2011

IMABE-Symposium: „Lebensstil und persönliche Verantwortung“, 12./13. Mai 2011 in Wien

Wie kann man Menschen dazu bringen, ihren Lebensstil nachhaltig zu verändern und gesünder zu leben? Diese Frage bereitet Medizinern, Soziologen, Gesundheitsökonomen und Politikern seit langem Kopfzerbrechen. Doch in welche Richtung soll es gehen? Aufgrund welcher Prämissen? Heute wird immer klarer, dass das Gesundheitsverhalten nicht nur durch Sachinformation und Aufklärung beeinflusst wird, sondern vor allem durch das soziale Umfeld. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Prävention? Wann soll die Solidargemeinschaft einspringen - und wie viel Verantwortung trägt jeder für sich selbst? Im Rahmen eines von IMABE in Kooperation mit dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger und der Österreichische Ärztekammer veranstalteten Symposiums mit dem Titel „Lebensstil und persönliche Verantwortung“ zeigen am 12. und 13. Mai namhafte Experten, in welche Richtung sich Medizin, Menschen und gesundheitsökonomische Systeme bewegen müssen, um aus der Falle der vermeidbaren Krankheiten herauszukommen.

Das interdisziplinäre Symposium findet beim Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger (Kundmanngasse 21, A-1030 Wien) statt. Nähere Informationen auf http://www.imabe.org/index.php?id=1392.

Quelle: IMABE-Newsletter März 2011

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Adipositas: Teurer chirurgischer Eingriff statt Lebensstiländerung?

Übergewichtige wollen Fettsucht immer häufiger per Skalpell loswerden

Übergewichtige Briten wenden sich immer häufiger an den Chirurgen, um ihre Fettsucht zu überwinden. Die Spitalsaufnahmen sind im vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen und haben erstmals die 10.000-Marke überschritten. Meist handelte es sich dabei um Magenverkleinerungen, die allein in den Jahren 2008/09 um 70 Prozent (!) auf 7.200 Fälle gestiegen sind, berichtet die britische Zeitung The Independent (online, 25. 02. 2011). Die Kosten für den Eingriff liegen für privat Zahlende zwischen 5.000 und 15.000 Pfund (€ 8.500 bis € 25.000). Die Operation ist mit zahlreichen Risiken verbunden (Komplikationen, Depression etc.). Das britische staatliche Gesundheitssystem (NHS) übernimmt die Kosten wie in anderen europäischen Ländern aber nur in besonders gravierenden Fällen (Body Mass Index bei mindestens 40 bzw. bei 35 im Falle von Folgeerkrankungen).

Laut britischem Gesundheitsministerium kostet die Fettsucht das NHS jährlich 4 Milliarden Pfund (fast 7 Milliarden Euro). Chirurgen meinen, dass die steigenden Kosten gedämpft werden könnten, wenn die Operation leichter verfügbar wäre – unter der Voraussetzung, dass zuvor alle Möglichkeiten der Gewichtsreduktion ausgeschöpft worden sind. Tatsache ist, dass das Magenband ein einträgliches Geschäft ist. Tam Fry vom staatlichen National Obesity Forum (NOF) sieht diese Entwicklung kritisch: Die Zahlen zeigten, dass Menschen zunehmend ihr Vertrauen in medizinische Lösungen setzten, obwohl es eigentlich um ein Problem des Lebensstils gehe. Jene Patienten, die die Kriterien für den Eingriff nicht erfüllen, greifen zu Tabletten. Der Umsatz in diesem Segment stieg innerhalb von 10 Jahren um das 11-fache auf 1,45 Millionen Britische Pfund.

Quelle: IMABE-Newsletter März 2011

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Montag, 14. Februar 2011

IMABE-Symposium: „Lebensstil und persönliche Verantwortung“, 12./13. Mai 2011 in Wien

Lancet-Studie zeigt: Eine halbe Milliarde Menschen ist weltweit zu dick

Die Fakten sind erschreckend: Die Zahl der übergewichtigen Menschen weltweit hat sich in den vergangenen dreißig Jahren nahezu verdoppelt – und zwar auf eine halbe Milliarde.

Im Jahr 2008 seien geschätzte 205 Millionen Männer und 297 Millionen Frauen auf der Welt zu dick gewesen, heißt es in einer nun in The Lancet (online, 04. 02. 2011) publizierten großangelegten Langzeitstudie zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Cholesterinwerten.

Wie kann man Menschen dazu bringen, ihren Lebensstil nachhaltig zu verändern und gesünder zu leben? Diese Frage bereitet Medizinern, Soziologen, Gesundheitsökonomen und Politikern seit langem Kopfzerbrechen. Doch in welche Richtung soll es gehen? Aufgrund welcher Prämissen? Heute wird immer klarer, dass das Gesundheitsverhalten nicht nur durch Sachinformationen und Aufklärung beeinflusst wird, sondern vor allem durch das soziale Umfeld. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Prävention? Wann soll die Solidargemeinschaft einspringen - und wie viel Verantwortung trägt jeder für sich selbst?

Im Rahmen eines von IMABE in Kooperation mit dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger veranstalteten Symposiums mit dem Titel „Lebensstil und persönliche Verantwortung“ zeigen am 12. und 13. Mai namhafte Experten, in welche Richtung sich Medizin, Menschen und gesundheitsökonomische Systeme bewegen müssen, um aus der Falle der vermeidbaren Krankheiten herauszukommen.

Das interdisziplinäre Symposium findet beim Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger (Kundmanngasse 21, A-1030 Wien) statt. Nähere Informationen auf http://www.imabe.org/index.php?id=1392.

Quelle: IMABE-Newsletter Februar 2011

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Montag, 11. Oktober 2010

Studie: Arztserien schüren Angst vor Krankheiten

Fans medizinischer Fernsehsendungen halten sich für besonders krankheitsgefährdet

Arztserien machen Angst vor Krankheiten. Das schließt eine US-amerikanische Kommunikationswissenschaftlerin aus einer Analyse von Fernsehgewohnheiten bei Studenten. Je mehr junge Menschen Sendungen mit medizinischen Inhalten gesehen hatten, desto besorgter waren sie um ihre Gesundheit und hatten eine negativere Lebenseinstellung, stellte die Kommunikationswissenschaftlerin Yinjiao Ye von der University of Rhode Island in Kingston fest. Sie untersuchte in ihrer im Fachmagazin Mass Communication and Society (2010; 13(4): 458-478; doi:10.1080/15205430903296069) publizierten Studie die Fernsehgewohnheiten von 274 Studenten und befragte selbige nach ihrer Lebenszufriedenheit. Zusätzlich ließ die Forscherin die Testpersonen die Wahrscheinlichkeit einschätzen, selbst einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Krebs, Aids oder anderen schweren Krankheiten zu erkranken. Außerdem erfragte sie, für wie wahrscheinlich die Probanden das Eintreten solcher Krankheiten bei anderen Menschen hielten.

Die meisten der im Durchschnitt 20 Jahre alten Studienteilnehmer gaben ihrem Alter entsprechend an, sich sehr gesund zu fühlen. Allerdings waren den Ergebnissen zufolge jene Studenten, die besonders viele Sendungen mit medizinischen Inhalten gesehen hatten, besorgter um ihre Gesundheit und insgesamt unzufriedener. Die Ursache dafür liegt Ye zufolge an dem starken Zusammenhang von Lebenszufriedenheit und Gesundheit, deren Wahrnehmung offenbar durch das Fernsehverhalten beeinflusst wird. Die Ursache dieses Effekts sieht sie in der Verzerrung der Wirklichkeit durch das Fernsehen: Durch Sendungen, die sich hauptsächlich um Krankheiten drehen, werde nicht nur das Bewusstsein für Gesundheitsrisiken gesteigert, sondern die Zuschauer überschätzten auch die Wahrscheinlichkeit, selbst krank zu werden, so die Wissenschaftlerin.

Quelle: IMABE-Newsletter Oktober 2010

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Dienstag, 14. September 2010

Epidemiologie: Soziale Kontakte fördern längeres Leben

Fehlende soziale Bindungen sollten aus medizinischer Sicht ernster genommen werden

Soziale Netzwerke üben offenbar eine positive Wirkung auf die menschliche Gesundheit aus. Eine jüngst in PLoS Medicine (2010; 7: e1000316) veröffentlichte Studie zeigt, dass kontakt- und beziehungsarme Menschen ein signifikant höheres Sterblichkeitsrisiko im Vergleich zu Bevölkerungsgruppen mit starken sozialen Bindungen haben. Die Meta-Analyse von 148 Langzeitstudien mit 308.849 Teilnehmern aus vier Kontinenten, die über mehr als 7,5 Jahre in Hinblick auf positive Auswirkungen menschlicher Netzwerke beobachtet wurden, wurde von Julianne Holt-Lundstad von der Brigham Young University in Provo/Utah und ihrem Team durchgeführt. Das Ergebnis: Sozial isolierte Menschen haben ein um 50 Prozent erhöhtes Sterblichkeitsrisiko, wobei andere Faktoren wie Alter, Geschlecht, vorheriger Gesundheitsstatus, Vorerkrankungen usw. als Ursache ausgeschlossen werden konnten. Der Effekt sei bei älteren Menschen ebenso zu beobachten wie bei jüngeren.

Einsamkeit wirkt sich nach Einschätzung der Psychologin ebenso negativ aus wie Alkoholabhängigkeit, Bewegungsmangel oder 15 Zigaretten am Tag. Sie sei doppelt so schädlich wie Übergewicht. Wenn jemand in eine Gemeinschaft eingebettet ist und sich für andere verantwortlich fühlt, bringe ihn dieses Gefühl von Nützlichkeit und Sinn dazu, besser auf sich zu schauen und selbst weniger risikoreich zu leben, meint Holt-Lundstad. Fehlende soziale Bindungen sollten von Ärzten und in Gesundheitsberufen Tätigen so wie auch in der Öffentlichkeit als Risikofaktor ebenso ernst genommen werden wie Rauchen, fordern die Autoren. Aus Public-Health-Perspektive brauche es deshalb gezielte innovative Anstrengungen, um den Faktor soziale Bindung zu stärken.

Quelle: IMABE-Newsletter September 2010

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Freitag, 11. Juni 2010

SVA-Kompromiss: Gesunder Lebensstil wird belohnt

Die Wirtschafts- und Ärztekammer haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. Versicherte die gesund leben, sollen weniger Selbstbehalt zahlen. Die Gesundheitsziele werden individuell mit dem Hausarzt festgelegt.
Artikel in der „Presse“ vom 11. Juni 2010

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